Intersektionale Allianzen / Intersectional Alliances – Dt./Engl.
Der lange Kampf des Collettivo di Fabrice (Ex-GKN) für den Erhalt der Arbeitsplätze, eine ökologische Konversion und selbstbestimmte Versammlungsdemokratie
Der lange öffentliche Kampf um ökologische Arbeitsplätze bei GKN in Campi Bisenzio / Florenz
Seit drei Jahren fünf Monaten und 25 Tagen ist die Ex-GKN Fabrik in Campi Bisenzio bei Florenz besetzt. Seit dem 9. Juli 2021, als 422 festangestellten Mitarbeitern per email die Schließung des Betriebs mitgeteilt wurde, wacht das Collettivo di Fabbrica Tag und Nacht in drei Schichten an sieben Tagen die Woche und 365 Tagen im Jahr in einer Baracke vor den Werkshallen. In den Hallen selbst wurde im Frühjahr 2024, zwei Tage vor Beginn des 2. Arbeiter-Literaturfestivals, der Strom abgeschaltet. In der Baracke treffe ich am 5. Dezember 2024 Dario, Michele und Roberto zu einem Gespräch. In genau zwei Wochen soll die Region Toskana über ein Gesetz entscheiden, dass Konsortien für die industrielle Entwicklung erlauben soll im Interesse der ökologischen Konversion auch Enteignungen zuzulassen.Der Termin wurde im vergangenen Juni endlich in Aussicht gestellt, als Arbeiter für 21 Tage ihre Zelte vor der Regionalverwaltung aufgeschlagen hatten und drei Mitglieder des Collettivo anschließend in den Hungerstreik getreten waren.
Das Collettivo di Fabbrica führt einen einzigartigen Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze in der Region, für eine ökologische Konversion der ehemaligen FIAT Fabrik (Photovoltaik-Paneele und Cargobikes statt Halbwellen für fossile Brennmotoren), für eine selbstbestimmte Versammlungsdemokratie. Einzigartig wegen der Dauer des Kampfes, wegen der Vielseitigkeit intersektionaler Kollaborationen und einer breiten politisch-kulturellen Öffentlichkeitsarbeit, die einen immensen solidarischen Resonanzraum im In- und Ausland hervorbrachte und wach hält. Nach fast drei Jahren Besetzung gingen am 18. Mai 2024 in Florenz immer noch 40.000 Menschen für die Forderungen des Kollektivs auf die Straße, im August dieses Jahres hatten die ausgerufenen Volksaktien für das geplante Fabrik-Konsortium 800.000,- Euro erreicht, vier Wochen später schon 1,3 Millionen. Das Kollektiv kollaboriert mit Fridays For Future, am 12. Oktober nahm Greta Thunberg an einer ihrer Versammlungen in Campi Bisenzio teil. Bei allen Aktionen wird Solidarität mit anderen Kämpfen (von den Gegnern der Florentiner Flughafenerweiterung bis zum Kampf um die Rechte des palästinensischen Volkes) artikuliert. Bei den wöchentlichen Versammlungen des Kollektivs treffen sich noch immer – bei Temperaturen knapp über dem Nullpunkt und brennenden Holzscheiten in Metallfässern -weit über 100 Beteiligte, darunter viele Externe, die eigene Kompetenzen eingebracht haben. Von den ehemaligen 422 Angestellten sind 120 geblieben, seit elf Monaten (wieder) ohne Bezahlung. Sie gehen weiterhin Tag und Nacht in die Fabrik, bzw. die Baracke zu den üblichen Arbeitsschichten von 22.00 – 6.00, 06.00 – 14.00, 14.00 – 22.00 Uhr und widmen sich einer enormen Mobilisierung und Selbstorganisation, mit Intelligenz, Ausdauer und Erschöpfung.
Wie alles anfing.
„Ja, am 9. Juli 2021 wurden wir per Sammelpost entlassen: Am selben Tag hoben wir das Fabriktor aus den Angeln und es begann die ständige Versammlung. Langsam organisierten wir uns. Es gab schon eine Geschichte des gewerkschaftlichen Kampfes und der internen Organisation, die seit den Tagen des alten Fiat-Werks (bis 1994) überliefert war. So begann also auch ein junger Kerl wie ich, der 2015 hier eingestellt wurde, mit dem gewerkschaftlichen Kampf. Dann, mit der Schließung des Unternehmens, machten wir aus der Not eine Tugend und organisierten uns auf eine andere Art und Weise: wir versuchten, so viele Menschen wie möglich einzubeziehen, beginnend mit dem Umfeld hier in Florenz. Wir wussten, dass man sich nicht selbst retten kann und dass der Kampf keine abstrakte Sache sein darf, wir müssen ihn in etwas Konkretes, Reales und Greifbares verwandeln. Wenn man sich outet, sein Gesicht nach außen zeigt, bekommt man Solidarität von anderen Menschen. Wir haben versucht, Leute über soziale Medien einzubeziehen, Flugblätter zu verteilen, zur Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen aufzurufen, Kontakt zu Fridays for Future, Sudd Cobas (unabhängige Gewerkschaft, in der benachbarten Prateser Textilindustrie aktiv) und anderen Kämpfen gesucht. Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur auf gewerkschaftliche Interventionen der FIOM (Metalllarbeiterwerkschaft innerhalb des nationalen Gewerkschaftsbundes CGIL) warten, sondern in erster Linie die Umwelt bewegen wollen. Die ersten sechs Monate waren sehr chaotisch, weil das Leben auf einen einstürzte und es so viele Dinge zu regeln gab.“
„Wir haben uns in kleinen Gruppen organisiert, jede Gruppe hat auf freiwilliger Basis beschlossen, ein bisschen Verantwortung zu übernehmen, sei es für das Reden in der Öffentlichkeit, sei es für das Fegen der Böden, das Putzen des Badezimmers und so weiter, jeder hat sein eigenes Mikromanagement. Diese Minigruppen organisieren sich selbst und geben dann die Informationen an alle anderen Gruppen weiter, so entsteht eine große, selbstverwaltete Gruppe.
Die Versammlungen des Collettivo finden regelmäßig statt, manchmal übertreiben wir und berufe sie alle drei Tage ein. Wir betrachten den Ort hier als unser Zuhause. Wir machen jeden Tag unsere acht Stunden, mehr oder weniger. Ich hätte den Job gebraucht und würde ihn gerne behalten und später dann jemand anderem überlassen.Wir wollen nicht, dass das Gebiet verarmt. Wir gehen jetzt in den zwölften Monat ohne Lohn. Im letzten Jahr haben sie uns acht Monate ohne Bezahlung gelassen.
Wir haben eine interne Mikroorganisation für gegenseitige Hilfe organisiert. Wenn man hierher kommt, gibt es eine kleine Benzinkostenerstattung.“
„Es war damals – im Sommer 2021 – wie ein perfekter Sturm, obwohl es absolut nichts Perfektes gab, alles war improvisiert. Aber es gab eine Reihe von Faktoren, die zusammenkamen. Da ist die ererbte kämpferische Tradition dieser Fabrik, die zwar versteinert war, aber uns auch Themen wie Arbeiterstolz und die Versammlungsdemokratie der Metallarbeiter vermittelte. Es gab eine Vorstellung von Kampfbereitschaft, davon, dass es einen Moment gibt, in dem wir kämpfen, in dem wir streiken, in dem alles stehen bleibt.
Als der Melrose-Finanzfonds 2018 auf den Plan trat, verstanden wir, dass wir am Ende einer Reise stehen: 1994 der Übergang von Fiat zu GKN (britische Aktiengesellschaft), die Verkleinerung von GKN im Laufe der Jahre von mehr als tausend Mitarbeitern zu gut 400. Fiat ging weg, aus Fiat wurde FCA (Fiat Chrysler Automobiles) , aus FCA wurde Stellantis und dann GKN, das diesem globalen Finanzfonds Melrose übergeben wurde, dessen Aufgabe offensichtlich darin bestand, uns zu schließen. In all den Jahren, sagen wir ab 2007, war dieser Prozess kein linearer, bei dem jemand entschied, dass wir uns in eine bestimmte Richtung bewegen müssen. Es war eher ein Nahkampf. Sie haben etwas getan und wir haben uns darauf vorbereitet, zu reagieren. Ein Prozess, in dem wir gezwungen waren zu wachsen.
2018 wurde klar: partizipatorische Gewerkschaftsarbeit ist die einzige Möglichkeit, diesem Konfliktniveau standzuhalten. Wir haben offiziell die Existenz des Fabrikkollektivs erklärt und unsere Verbindungsdelegierten geschult. Die Gewerkschaftsdemokratie in Italien weist viele Mängel auf, sie erkennt jedoch die Autonomie der Gewerkschaftsvertreter am Arbeitsplatz an. Wenn ich zum Gewerkschaftsdelegierten gewählt werde, reagiere ich gegenüber den Arbeitnehmern, die mich gewählt haben, nicht gegenüber der Gewerkschaftsstruktur.
Als sie uns im Sommer 2021 schlossen, waren wir an einem Punkt angelangt, an dem wir viele monatliche Versammlungen hatten. Wir hatten im gesamten Jahr 13 Sitzungsstunden, dann konnten wir nur noch den Streik ausrufen, um weitere Versammlungen abzuhalten.
Es gab also bereits eine Struktur für die Bewegung, für die Kommunikation. Als die Fabrik geschlossen wurde, bedeutete das den Übergang in eine ständige Versammlung. Ab der Entlassung am 9. Juli 2021 blieben uns 75 Tage Zeit, um diese abzuwehren.
Wir haben darauf bestanden, dass dieser Kampf in der Fabrik mit dem, was draußen passierte, verbunden sein müsse – mit anderen Kämpfen wie zum Beispiel in Solidarität mit SI Cobas (unabhängige Basis-Gewerkschaft) in Prato, aber auch solchen gegen den Ausbau des Flughafens in Florenz, gegen den Bau einer Verbrennungsanlage etc.
Dass diese Art von Beziehung zwischen uns und dem Umfeld wirksam wurde, bedeutete, dass Tausende von Menschen hierher kamen, als die Fabrik geschlossen wurde. In den ersten sechs Monaten haben sich hier viele Menschen aufgehalten. Das hat uns natürlich Mut gemacht und uns auch neue Horizonte eröffnet. Denn die Menschen kamen her, um Schichten zu übernehmen, einen Beitrag zu leisten mit ihren juristischen, kreativen und sonstigen Fähigkeiten.“
9. Juli 2021: Der Finanzfonds Melrose, der 2018 das multinationale Unternehmen GKN übernommen hat, leitet das Entlassungsverfahren für 422 Mitarbeiter am Standort Campi Bisenzio ein und sendet eine zertifizierte E-Mail an die Gewerkschaftsvertreter. An diesem Tag wurden alle Fabrikarbeiter, darunter 80 Vertragsarbeiter, in Sammelurlaub geschickt. Als der PEC eintrifft, sind die von Melrose geschickten Leibwächter bereits vor den Toren. In weniger als einer Stunde stehen über 100 Menschen vor den Toren, sie treten ein und erklären sich zu einer ständigen Versammlung.
18. September 2021: 40.000 Menschen demonstrieren in Florenz, um die Rücknahme des Entlassungsverfahrens zu fordern.
19. September 2021: Das Gericht von Florenz hebt das Kündigungsverfahren wegen gewerkschaftsfeindlichen Verhaltens auf.
Entwurf eines Reindustrialisierungplans „Öffentliches Zentrum für nachhaltige Mobilität“, verfasst vom Fabrikkollektiv gemeinsam mit Forschern der Universität Sant’Anna in Pisa.
– Ausarbeitung eines „Anti-Delokalisierungsgesetzes“, an dem unterstützende Juristen mitarbeiteten und das dem Parlament vorgelegt wurde. Es wurde nie vom Parlament diskutiert.
Konvergenz: Das Fabrikkollektiv organisiert Versammlungen und Treffen mit allen Konfliktrealitäten, zunächst auf dem Territorium und dann auf nationaler Ebene, mit Gewerkschaften, Sozialzentren, Umweltbewegungen, Studenten usw.
„Ja, es gab eine echte Kontamination. Es war ein Frühling, der von Juli 2021 bis Dezember 2021 dauerte und nicht zu wiederholen ist. Wir bezogen noch das volle Gehalt und befanden uns in einer ständigen Versammlung, die Fabrik lag quasi in unseren Händen. Wenn das Unternehmen in diesem Moment die Arbeit zurückgebracht hätte, wäre diese Geschichte dort zu Ende gewesen. Doch dann kam der neue Besitzer und damit ein ganz neuer Kampf. Wir befanden uns plötzlich in einem Vakuum: wir sind in einer ständigen Versammlung, sie entlassen uns nicht mehr, aber sie bringen auch nicht unsere Jobs zurück.“
„Nachdem das Unternehmen GKN, das sich im Besitz von Melrose befand, am 23. Dezember 2021 an den neuen Eigentümer Francesco Borgomeo verkauft worden war, gaben wir diesem Herrn die Chance, einen Geschäftsplan vorzulegen. Nur wurde diese Gelegenheit nie genutzt, der Herr hat nie einen offiziellen Plan bei irgendeiner juristischen Instanz, an irgendeinem juristischen Ort wie dem früheren MISE (Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung) und dem jetzigen MIMIT (Ministerium für Unternehmen und Made in Italy) vorgelegt. Wenn Sie also dem Ministerium nichts vorlegen, keinen Geschäftsplan, dann ist klar, dass alles, was Sie sagen, einfach nur eine Lüge ist.
Also haben wir über das soziale Netzwerk, das sich im Laufe der Zeit gebildet hatte, in den sauren Apfel gebissen und zusammen mit der Universität Pisa und anderen Leuten einige Ideen entwickelt: Umrüstung auf Lastenfahrräder und Solarzellen. Das Projekt ist da, der Geschäftsplan ist da, nur das Unternehmen stellt sich taub, es gibt keine Kommunikation zwischen uns und ihnen, und so gibt es jetzt nach all dieser Zeit, nach dreieinhalb Jahren, nur noch die Möglichkeit, dass der Staat, die Region, eingreift, um dieser Geschichte ein Ende zu setzen.“
Im November 2021 wurde Francesco Borgomeo: von Melrose zum Berater ernannt, mit dem Ziel, nach Investoren für die Reindustrialisierung des Standorts zu suchen. Ende Dezember 2021 übernahm er selbst das Industriegelände mit 26.000 Quadratmetern zu intransparenten Bedingungen.
Im Januar 2022 wurde eine Rahmenvereinbarung zwischen Eigentümern,Gewerkschafts- vertretern, Regierung und lokalen Institutionen unterzeichnet, wonach Borgomeo die Reindustrialisierung selbst durchführen wird, wenn bis Juli 2022 keine Investoren gefunden werden.
In diesen Monaten erhalten die Arbeitnehmer einen Barvorschuss und eine vom Eigentümer festgelegte Entschädigung für Wartungs- und Überwachungsstunden.
– Let’s Rise Up Tour: Das Kollektiv bereist das Land und begegnet den verschiedenen Realitäten, die um Konvergenz kämpfen.
– 26. März 2022: Doppelte Mobilisierung zusammen mit Fridays For Future, 30.000 Menschen gehen auf die Straße.
– 9. Juli 2022: Zum ersten Jahrestag der Ständigen Versammlung wird vor den Toren ein Konzert organisiert.
Im November 2022 stellt Borgomeo die Gehaltszahlungen ein. Die Arbeitnehmer erhalten acht Monate lang kein Einkommen.
November 2022: Die Arbeitergemeinschaft für gegenseitige Hilfe SOMS Insorgiamo wird gegründet, um Mikrokredite, kulturelle Veranstaltungen und Reindustrialisierung von unten zu organisieren. Die Arbeiten an einem neuen Industrieprojekt beginnen.
Dezember 2022: Volksbefragung für eine öffentliche und sozial integrierte Fabrik -17.000 Unterschriften werden in wenigen Tagen gesammelt
Klagen gegen die Einhaltung der Gehälter werden von den Arbeitnehmern gewonnen
November 2022: die Arbeiter stellen sich dem Stadtrat von Florenz und warten dort auf Antworten der Institutionen;
„Das Problem bestand nun in dieser Leere. Wir präsentieren den ersten Industrieplan mit er Universität Sant’Anna und dann kommt ein neuer Besitzer, der sagt: Nein, nein, ich kümmere mich darum.
Da wird die Phase komplizierter, komplexer. Es ist nicht mehr der Kampf gegen den schlechten internationalen Finanzfonds, sondern es gibt plötzlich einen Unternehmer, einen Italiener, der sagt, er wolle Großes leisten. Wir versuchen, eine Vereinbarung zu treffen, die so schnell wie möglich zur Überprüfung der Existenz oder Nichtexistenz eines Industrieplans führt, stattdessen wieder: Leere. Eine Zeit des Wartens. Und die müssen wir füllen …
Es gab eine Mischung aus der Solidarität des Territoriums, dem Reichtum demokratischer Netzwerke, unserem Ansatz, vergangene Traditionen zu revitalisieren und der besonderen Chemie, die in dem Moment entstand, in dem diese Lücke gefüllt werden musste. Denn es war ganz klar, dass dieses Warten, das wir noch heute erleben, die Absicht hatte, uns sterben zu lassen . Die einzige Möglichkeit, diese Wartezeit zu verkürzen, besteht darin, unsere Ideen vorzustellen.
Vierzigtausend Menschen auf der Straße mit einem Nein zu Entlassungen – das war nun vorbei. Wir haben einen befristeten Vertrag. Du hast kein Geld, du bist nicht gefeuert, du bist nichts. Nichts, wir sind nichts. Jedes Mal mussten wir neue Aktionen erfinden, in neuen Situationen, in neuen Kontexten, uns – leider oder glücklicherweise – immer mit der Welt um uns herum verbinden.In dreieinhalb Jahren erlebten wir drei Covid-Wellen, eine Überschwemmung hier in Campi Bisenzio, drei in der Romagna, eine in Valencia, die Invasion der Ukraine, die Wiederaufnahme des Völkermords in Palästina. Die Taliban sind zurück in Afghanistan. Eine Regierung hat gewechselt, von Draghi zu Meloni. Bei alledem ist es nicht einfach, den Menschen weiterhin zu sagen, dass sie sich für uns einsetzen müssen. Es war auch nicht immer einfach zwischen uns, jeden Tag ohne Lohn hierher zu kommen. Die Versuchung ist groß, sich zu fragen, warum wir uns um die Welt kümmern müssen, wenn ich morgens nichts zu essen habe. Wir mussten das alles zusammenzuhalten.
Wir haben versucht, einen Erste-Hilfe-Fonds einzurichten. Aber in einer Situation, in der viele kein Gehalt haben, ist es nicht einfach, mit Geld umzugehen.Tatsächlich haben sie in letzter Zeit versucht, uns diesbezüglich anzugreifen, mit anonymen Briefen, in denen sie uns beschuldigten, wir wüssten nicht, wohin das Geld fließt usw. Das ist ein Klassiker. Das erste, was wir als Kollektiv hatten, war der Widerstandsfonds. Den gab es schon vor der Werksschließung. Davon wurden im Grunde die Kosten des Kampfes bezahlt, das Megaphon, die Banner usw. Der Hilfsfonds versucht, soweit möglich, Kredite zu vergeben. Es soll kein Wohltätigkeitsmechanismus geschaffen werden, sondern ein zinsloses Darlehen, das der Arbeitnehmer, wenn der Kampf gewonnen ist, langsam zurückzahlen kann. Aber auch das ist kompliziert, denn es gibt Regeln für die Kreditvergabe der Banken.
Dann gründeten wir im Oktober 2022 SOMS Insorgiamo, den Verein für Hilfe auf Gegenseitigkeit, um unsere Finanzen so weit wie möglich zu regulieren. Der Fonds kann gegenseitige Erstattungen leisten, so dass ein Teil davon den Arbeitnehmern zugute kommt, aber es handelt sich um Hilfe, die kein Gehalt ersetzt..
Dann wurde gezielt Geld zur Finanzierung unseres Industrialisierungs-Projekts gesammelt. Bei einem Crowdfunding kamen 170.000 Euro zusammen, von denen 150.000 das Grundkapital für die Gründung der Arbeitergenossenschaft darstellten. Aber es gibt noch eine weitere technische Komplikation, die Genossenschaft kann ihre Arbeit noch nicht aufnehmen.Denn in dem Moment, in dem ich der Genossenschaft beitrete, trete ich von meinem alten Postulat zurück. Wenn ich der Genossenschaft beitrete und mehr als 30 Tage verstreichen bis die Genossenschaft startet, verliere ich das Recht, mein Arbeitslosengeld zur Finanzierung der Genossenschaft zu verwenden. Wir sind bei einem totalen Paradox angelangt. Nehmen wir an, es gibt die Genossenschaft, es gibt Sie, die 120 Arbeiter oder mehr, es gibt diesen Raum, aber er ist nicht zugänglich, damit er funktioniert. Wir wissen nicht wirklich, was der Plan der anderen Seite ist. Sie spielen, aber nicht für einen Tag, sondern zweieinhalb Jahre lang. Ist der Investor da? Dann lassen Sie uns bei der Genossenschaft rein. Nein, er wird nicht kommen. Der große, durch Fakten durchaus untermauerte Verdacht ist, dass hinter dieser Anlage lediglich eine weltweite Spekulations-operation steckt. Angeblich wechselte der Eigentümer der Fabrik im vergangenen Frühjahr. Wir wissen nicht, ob die aktuellen Eigentumsverhältnisse von politischem Kalkül bestimmt sind, wir können nur Hypothesen aufstellen und darauf achten, dass unsere Hypothesen nicht korrelieren und sie auf diese Weise gewinnen.
Wir haben immer darauf geachtet, den Konflikt nicht in einen Wahlkampf zu verwandeln. Auch wenn wir wissen, dass die Rechte sich unseren Plänen widersetzt und die anderen uns so langsam unterstützen, dass wir ausgehungert werden.
——-
Im Februar 2023 wird das Unternehmen freiwillig liquidiert, die Regierung gewährt rückwirkend einen bis Ende 2023 gültigen Abfindungsfonds.
Im April findet das erste Literaturfestival der Arbeiterklasse statt
Reindustrialisierung: neues Industrieprojekt zur Herstellung von Solarpaneelen und Lastenfahrrädern durch eine Arbeitergenossenschaft, entwickelt mit dem wissenschaftlich- technischen Komitee und dem italienischen Netzwerk sanierter Unternehmen;
Crowdfunding für die Gründung der Arbeitergenossenschaft
Internationale Tour mit Stopps in Paris, Wien, Amsterdam, Barcelona. Aufbau eines Netzwerks mit den wichtigsten europäischen Energiegemeinschaften und ethischen Lieferkooperativen.
Arbeit an einem regionalen Gesetzesvorschlag für Industrieentwicklungskonsortien, die in allen Fällen von Standortverlagerungen eingreifen können, um die ökologische Umstellung der toskanischen Industrie zu fördern.
November 2023: während der großen Überschwemmung in Campi Bisenzio wird die Fabrik zum Zentrum des Katastrophenschutzes von unten.
Ab dem 1. Januar 2024 werden die Arbeiter entlassen.
– Am 27. Dezember 2023 werden die Entlassungen vom Gericht annulliert. Die Gehälter kommen nicht an. Es werden individuelle Lohnklagen eingereicht, die von den Arbeitern gewonnen werden. Sobald die gesetzlich vorgesehene Frist für die Einreichung des Sozialplans abläuft, werden die Entlassungen zurückgezogen, die Gehälter kommen jedoch bis heute nicht an.
April 2024: Zweites Arbeiter-Literaturfestival
18. Mai Demo mit 40.000 Teilnehmern in Florenz
Zeltlager vor der Region Toskana, Hungerstreik
12. Juli 2024: Konzert unter dem Turm San Niccolò in Florenz zum dritten Jahrestag des Kampfes.
Fortführung des Azionato Popolare, Aktionärsversammlungen
„Der Hungerstreik vom 3.-16. Juni, das war der einzige Moment, der mich wirklich wütend gemacht hat, denn alle anderen Aktionen waren immer mit Hoffnung verbunden, aber dann wurde es wirklich kritisch. Damals versuchten wir, zwei Garnisonen aufrechtzuerhalten, die eine hier bei GKN und die andere auf der Piazza della Indipendanza in Florenz. .Nachdem wir zwei Wochen lang vor der Region Toskana gezeltet hatten, stellten wir fest, dass die Institutionen nicht antworteten, und so beschlossen wir in einer Abstimmung auf freiwilliger Basis in einen Hungerstreik zu treten. In dieser Situation musste die Öffentlichkeit eingreifen.“
„Wir wussten, dass der Hungerstreik ein sehr heikles Mittel war. Es bestand ein gewisses Risiko, dass die Kommunikation mit unserem Solidaritätsbereich abbrechen könnte. Ein Hungerstreik wird normalerweise von Personen verwendet, die darauf reduziert sind, keine anderen Werkzeuge mehr zu haben.
Am dreizehnten Tag sagten sie uns dann, dass das Gesetz dem Ausschuss vorgelegt würde. Es gab also ein Zeichen aus der Regionalregierung. Der Entwurf hätte im Juli in die Kommission gehen sollen, jetzt wird voraussichtlich bis zum 19. Dezember darüber abgestimmt.
Letztendlich besteht das Problem bei diesem Kampf auch darin, dass es nicht einfach ist, jeden Tag viele, viele Worte zu sagen und die Glaubwürdigkeit der Worte aufrechtzuerhalten. Von Zeit zu Zeit muss man zeigen, dass diese Worte die Entschlossenheit haben, sie auch in die Tat umzusetzen. Wenn man die großen und die kleineren Demonstrationen zusammenzählt, dann waren wir in 36 Monaten 12 bis 13 Male auf der Straße – plus die vielen anderen Veranstaltungen; Konzerte, Festivals und Treffen. Und dann ist da ja noch das Fabrikgelände. Wir sind immer hier. Einmal haben wir aus Protest das gesamte Material der Fabrik zur Schau gestellt, um den Ekel darüber zu zeigen, dass eine ganze Made in Italy-Exzellenz weggeworfen wurde. Dann verbrachten wir sechs Tage auf dem Turm von San Niccolò. Dann kletterten wir auf einige sehr gefährliche Lichtmasten, verbrachten 21 Tage im Zelt vor der Region Toskana. Wir haben den Stadtrat 30 Stunden lang quasi besetzt. Es braucht immer wieder den Punkt zu zeigen, dass man nicht nur redet.“
„Auf politischer Ebene bewegt sich nichts. Die Politik war nie in der Lage, eine Diskussion über dieses vorgeschlagene Gesetz zu führen, um ein industrielles Konsortium zu gründen und eine spezifische Enteignungsmöglichkeit zu schaffen, die generell bereits in der italienischen Verfassung enthalten ist. Es wäre wirklich ein neues Gesetz, ein neues Instrument für die Region, das Konsortien schaffen kann, sowohl öffentliche als auch private, mit der Beteiligung von Gemeinden, um Industriegebiete in der Krise zu transformieren. Es geht darum, nicht nur eine Lösung für die Ex-GKN zu finden, sondern auch einen Weg für zukünftige Unternehmen in der Krise. Es wird ein Präzedenzfall geschaffen, der von allen Unternehmen in der Krise in der Region Toskana genutzt werden kann. Er betrifft leichte Mobilität und erneuerbare Energien und die kooperative Erholung von Unternehmen im wirtschaftlichen und sozialen Gefüge des Territoriums.“
„Die immense regionale, nationale, internationale Öffentlichkeit und Solidarität helfen uns, manchmal sogar zu sehr. Wenn es weniger wäre, könnten wir schwach werden. Jetzt sind wir Gefangene all dieser Erwartungen.
Pausen sind gefährlich im Kampf, wir sind schnell, wir kämpfen jetzt seit dreieinhalb Jahren. Und warten auf unsere Löhne, auf die kommissarische Verwaltung des Betriebs und auf die Entscheidung der Region Toskana zum 19. Dezember.“
Der Slogan für die nächsten Wochen:
RESISTERE ALL’INVERNO PER PRENDERCI LA PRIMAVERA !
(Widerstehen wir dem Winter, um uns den Frühling zu holen!)
insorgiamo.org
Social:
insorgiamoconilavoratorigkn
Insorgiamo.international
*****
This text combines quotes from Dario, Michele and Roberto / Collettivo di Fabbrica with a conversation with Angelika at the Ex GKN factory on December 5, 2024.
Summary of the situation
The ex-GKN factory in Campi Bisenzio near Florence has been occupied for three years, five months and 25 days. In July 9, 2021, 422 permanent employees were informed by email that the factory was closing. The Collettivo di Fabbrica has been keeping watch day and night in three shifts, since then – seven days a week, 365 days a year, from a barrack in front of the factory halls. In two weeks, the Tuscany region willdecide on a law toallow industrial development consortia to expropriate land in the interests of ecological conversion. hat was promised last June when workers pitched their tents in front of the regional administration for 21 days and three members of the Collettivo were on hunger strike.
The Collettivo di Fabbrica wages a unique struggle for the preservation of jobs in the region, to convert ecologically the former FIAT factory to photovoltaic panels and cargo bikes from half-shafts for fossil fuel engines. It aims at a self-determined assembly democracy. What makes it unique? T he duration of the struggle, the versatility of intersectional collaborations and a broad political-cultural public relations work that created and keeps alive an immense solidarity. After almost three years of occupation, 40,000 people still took to the streets in Florence on May 18, 2024 to support the collective’s demands. in August 2024 the proclaimed people’s shares for the planned factory consortium had reached 800,000 euros, four weeks later it was 1.3 million. The collective collaborates with Fridays For Future. On October 12, Greta Thunberg participatedin ameeting in Campi Bisenzio. Solidarity with other struggles (from opponents of the Florence airport expansion to the struggle for the rights of the Palestinian people) is expressed. At the collective’s weekly meetings – with temperatures just above zero and burning logs in metal barrels – more than 100 participants still come together, including many outsiders. Of the former 422 employees, 120 have remained, without pay for the past eleven months. They continue to go into the factory, or rather the barracks, day and night for the usual three work shifts of eight hours. They dedicate themselves to enormous mobilization and self-organization, with intelligence, perseverance and exhaustion.
How did it all begin?
“On July 9, 2021, we were dismissed by collective mail: On the same day, we unhinged the factory gate and the permanent assembly began. There was already a history of union struggle and internal organization that had been handed down since the days of the old Fiat plant (until 1994). Then, with the closure of the company, we made a virtue of necessity and organized in a different way: we tried to involve as many people as possible, starting with the environment here in Florence. We knew that you can’t save yourself and that the fight can’t be an abstract thing, we have to turn it into something concrete, real and tangible. If you come out, show your face to the outside world, you get solidarity from other people. We wanted to show that we are not just waiting for trade union intervention from FIOM (metalworkers’ union within the national trade union confederation CGIL), but that we want to move the environment first and foremost.”
“Back then it was like a perfect storm, although there was absolutely nothing perfect, everything was improvised. But a number of factors came together. . . the inherited militant tradition of this factory, which was fossilized. . . gave us themes like workers’ pride and the assembly democracy of the metalworkers. There was a notion of willingness to fight, of there being a moment when we fight, when we strike, when everything stops.
When the Melrose financial fund came on the scene in 2018, we understood that we were at the end of a journey. This was the transition from Fiat to GKN (British public limited company) in 1994; and the downsizing of GKN from more than a thousand employees to just over 400. Fiat left, replaced by FCA (Fiat Chrysler Automobiles), FCA became Stellantis and then GKN, handed over to this global financial fund Melrose. Its’ mission was obviously to close us down. In all those years, from 2007 onwards, this process was not a linear one where someone decided that we had to move in a certain direction. It was more of a melee. They did something and we prepared ourselves to react. A process in which we were forced to grow.
In 2018, it became clear, that participatory trade union work is the only way to withstand this conflict. We officially declared the factory collective and trained our liaison delegates. Trade union democracy in Italy has many shortcomings, but it recognizes the autonomy of union representatives in the workplace. When I am elected as a union delegate, I respond to the workers who elected me, not to the union structure.
This kind of relationship between us and the environment meant that thousands of people came here when the factory closed. Of course, that encouraged us and also opened up new horizons. People came here for shifts, to contribute with their legal, creative and other skills.”
Events of 2021
July 9, 2021: The Melrose financial fund, having acquired the multinational company GKN in 2018, initiates redundancies for 422 employees at Campi Bisenzio..
September 18, 2021: 40,000 people demonstrate in Florence to demand withdrawal of the dismissals.
September 19, 2021: The Florence court overturns the dismissal proceedings for anti- union behavior.
A reindustrialization plan is drawn up by the factory collective with researchers from the University of Sant’Anna in Pisa.
Drafting of an “anti-delocalization law”
“Yes, there was a real contamination. The spring lasted from July 2021 to December 2021 and cannot be repeated. We were still drawing a full salary and were in a permanent democratic assembly, the factory was virtually in our hands. If the company had brought the work back at that moment, this story would have ended. But the new owner brought a whole new struggle. We suddenly found ourselves in a vacuum: we’re in a permanent assembly, they’re not laying us off anymore, but they’re not bringing our jobs back either.”
“After the GKN-Melrose, was sold to the new owner Francesco Borgomeo on December 23, 2021, we gave this gentleman the chance to submit a business plan. his opportunity was never taken, he never submitted an official plan to any legal body, such as the former MISE (Ministry of Economic Development) and the current MIMIT (Ministry of Enterprise and Made in Italy). So if you don’t submit anything to the Ministry, no business plan, then it’s clear that everything you say is just a lie.
So, through the social network that had formed, we developed some ideas together with the University of Pisa and others: Conversion to cargo bikes and solar panels. The project is there, the business plan is there. But the company is turning a deaf ear, there was no communication between us and them. After three and a half years, only one solution exists – the state, the region, intervenes to end this story.”
Events of 2021-2022
In November 2021, Francesco Borgomeo was appointed consultant by Melrose with the aim to look for investors to reindustrialize the site.
In January 2022, a framework agreement was signed where Borgomeo would carry out the reindustrialization itself if no investors are found by July 2022.
Let’s Rise Up Tour starts where the collective travels the country and encounters the different realities fighting for convergence.
– 26 March 2022: Double mobilization together with ‘Fridays For Future’, 30,000 people take to the streets.
In November 2022, Borgomeo stops paying salaries.
The mutual aid workers’ association SOMS Insorgiamo is founded to organize microcredits, cultural events and reindustrialization from below. Work begins on a new industrial project.
December 2022: Referendum for a public and socially integrated factory – 17,000 signatures are collected in just a few days
New problems began of an ‘emptiness’.
“The problem now was this emptiness. We present the first industrial plan with the University of Sant’Anna and then a new owner comes along who says “No, no, I’ll take care of it.”
Then it became more complicated, more complex. Now it’s no longer a fight against the bad international financial fund, but suddenly there’s an Italian entrepreneur says he wants to do great things. We are trying to reach an agreement to verify the existence or non-existence of an industrial plan as fast as possible, but instead: emptiness again. A period of waiting. And we have to fill it … It was very clear that this waiting, to today, is intended to let us die.
Forty thousand people on the streets saying no to layoffs – that was over. You have no money, you are not fired, you are nothing. Nothing, we are nothing. Each time we had to invent new actions, in new situations, in new contexts, to connect with the world around us. It wasn’t always easy between us either, coming here every day without pay. We had to keep it all together.
We first tried to set up an aid fund. As a collective we had the resistance fund, which existed before the plant closure. It paid for the costs of the struggle, the megaphone, the banners and so on. It tries to give loans as much as possible. The idea is not to create a charity mechanism, but an interest-free loan that the worker can slowly pay back after the struggle has been won. Then, in October 2022, we founded SOMS Insorgiamo, the mutual aid association, to best regulate our finances. The fund can make mutual reimbursements so that part of it benefits the employees, but it is aid – it cannot replace a salary.
Then money was specifically raised to finance our industrialization project. Crowdfunding raised 170,000 euros, of which 150,000 was the share capital for founding the workers’ cooperative. But there’s another technical complication: the cooperative can’t start working yet, because the moment I join the cooperative, I step back from my old postulate. We have arrived at a total paradox. We don’t know what the other side plans. They have been playing for two and a half years. Supposedly the ownership of the factory changed last spring. We don’t know if the current ownership is driven by political calculations? We can only guess.
Events of 2023-2024
In February 2023, the company is voluntarily liquidated and the government retroactively grants a severance fund valid until end 2023.
The first working class literature festival takes place in April
International tour to Paris, Vienna, Amsterdam, Barcelona to build a network with European energy communities and ethical supply cooperatives.
Work on a regional legislative proposal for industrial development consortia t to intervene
in cases of relocation to promote the green transition of Tuscan industry
November 2023: during the great flood in Campi Bisenzio, the factory becomes the center of disaster prevention from below.
April 2024: Second workers’ literature festival
May 18: Demonstration with 40,000 participants in Florence
Tent camp outside the Tuscany region, hunger strike
July 12, 2024: Concert to mark the third anniversary of the struggle
Continuation of the Azionato Popolare, shareholders’ meetings
“The hunger strike from June 3-16, was the only moment that really made me angry, because now hope dropped, then it became really critical. After camping outside the Tuscany region for two weeks, we realized that the institutions were not responding. We decided to go on a hunger strike in a vote on a voluntary basis. In this situation, the public had to intervene.”
“We knew that the hunger strike was a very delicate tool. There was a certain risk that communication with our solidarity sector could break down. A hunger strike is usually used by people who are reduced to having no other tools. Then, on the thirteenth day, they told us that the bill would be presented to the committee. So there was a sign from the regional government. The bill should have gone to committee in July, now it is expected to be voted on by December 19th.
Ultimately, the problem with this fight is that it is not easy to simply say many, many words every day .. To maintain credibility, from time to time you have to show the determination to put words into practice.”
“Nothing moves on a political level. Politicians never were able to have a discussion about this proposed law to create an industrial consortium with expropriation.. It would really be a new law, a new instrument for the region to create consortia, both public and private, with the participation of municipalities, to transform industrial areas in crisis. It’s about finding not only a solution for the ex-GKN, but a way forward for other companies in crisis. A precedent is being set for all companies in crisis in the Tuscany region.”
“The immense regional, national, international publicity and solidarity help us, sometimes even too much. If it were less, we could become weak. Now we are prisoners of all these expectations.
Breaks are dangerous in the struggle, we are fast, we have been fighting for three and a half years now. And we are waiting for our wages, for the provisional management of the company and for the decision of the Tuscany region on December 19.”
The slogan for the next few weeks:
RESISTERE ALL’INVERNO PER PRENDERCI LA PRIMAVERA !
(Let’s resist winter to get spring!)
First published on: theleftberlin.com, 15.12.2024
- insorgiamo.org
- insorgiamoconilavoratorigkn
Hinterlasse einen Kommentar